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Ratgeber

Geerbte Wohnung: Welchen Wert setzt das Finanzamt an?

Redaktion: Joey Feldmann · Stand  · Wie wir arbeiten

Für die Erbschaftsteuer braucht das Finanzamt einen Wert für die geerbte Wohnung. Er heißt Grundbesitzwert. Bei einer Eigentumswohnung ist er grundsätzlich ein Vergleichswert. Dieser Ratgeber zeigt, welche das sind und wie Sie den Wert mit den amtlichen Vergleichsfaktoren für Hannover selbst nachrechnen. Er zeigt den Rechenweg. Ihren Einzelfall prüft er nicht, und eine Steuer rechnet er nicht aus. Für Ihre Steuer fragen Sie eine Steuerberatung oder das Finanzamt.

In welcher Reihenfolge bewertet das Finanzamt eine Wohnung?

Wohnungseigentum ist grundsätzlich im Vergleichswertverfahren zu bewerten. [1] Dafür gibt es zwei Wege:

  • Vergleichspreise: Kaufpreise ähnlicher Wohnungen. Sie müssen in den Merkmalen, die den Wert bestimmen, hinreichend übereinstimmen. Grundlage sind vorrangig die Vergleichspreise, die der Gutachterausschuss mitteilt. [2] Andere Kaufpreissammlungen kommen erst danach. [3]
  • Vergleichsfaktoren: Statt einzelner Preise darf das Finanzamt Vergleichsfaktoren des Gutachterausschusses nehmen, etwa Euro je Quadratmeter Wohnfläche. [2] Der Vergleichswert ist dann die Wohnfläche mal dem Faktor. Weicht die Wohnung vom Normobjekt ab, wird mit Zu- und Abschlägen nach Vorgabe des Gutachterausschusses angepasst. [3]

Beide Wege stehen nach den Erlassen der Länder gleichrangig nebeneinander. Das Finanzamt hat ein Auswahlermessen. [3] Die Daten des Gutachterausschusses muss es anwenden, wenn sie geeignet sind. Geeignet sind sie, wenn sie weitgehend im selben Modell abgeleitet wurden wie die Bewertung. [4]

Liegt kein Vergleichswert vor, rechnet das Finanzamt im Sachwertverfahren. [5] Unser Rechner zum Grundbesitzwert im Sachwertverfahren ist für Häuser gebaut, nicht für Wohnungen.

Schritt Verfahren Nachrechenbar?
1a Vergleichspreise des Gutachterausschusses nein, die Kaufpreissammlung ist nicht öffentlich
1b Vergleichsfaktoren des Gutachterausschusses ja, mit den Tabellen unten
2 Sachwert, nur ohne Vergleichswert nicht mit unserem Rechner, der rechnet nur Häuser
Nachweis niedrigerer gemeiner Wert Gutachten oder Kaufpreis binnen eines Jahres

Nimmt das Finanzamt Vergleichspreise, sehen Sie nur das Ergebnis im Bescheid. Wie viel Gewicht diese Preise vor Gericht haben, zeigt ein Urteil des Bundesfinanzhofs von 2026. Es ging um eine geerbte Wohnung in Niedersachsen. Der Fall steht im Ratgeber Geerbtes Haus: Welchen Wert setzt das Finanzamt an? [6]

Was die Vergleichsfaktoren enthalten

Die Gutachterausschüsse leiten die Faktoren aus ihrer Kaufpreissammlung ab. Sie rechnen dafür eine Regression auf mehrere Einflussgrößen. Bezugsgröße ist die Wohnfläche. Der Faktor enthält den Wert des Gebäudes und den Wert des Bodens. [7] Einen Bodenwert rechnen Sie deshalb nicht dazu. Das Gesetz verlangt das nur bei Faktoren, die sich allein auf das Gebäude beziehen. [2]

Eine wesentliche Größe ist das modifizierte Baujahr. Es ist das Baujahr, verjüngt um die Modernisierungen. Der Gutachterausschuss leitet es aus drei Größen ab: dem Bewertungsjahr, der Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren und der Restnutzungsdauer. Modernisierungen verlängern die Restnutzungsdauer. Das Baujahr wird damit jünger. [7] Eine Formel dafür nennt die Modellbeschreibung nicht, und dieser Ratgeber nennt deshalb auch keine.

Die Standardstufe beschreibt die Ausstattung, von 1 (Standard der 1950er Jahre) bis 5 (Luxusausstattung). Bei Wohnungen wägt der Gutachterausschuss die Außenhülle des Hauses und die Wohnung selbst gegeneinander ab. [7]

Die Faktoren gelten innerhalb der Stichprobe, aus der sie stammen. Außerhalb davon sind sie nach der Modellbeschreibung nur bedingt geeignet. Dann braucht es eine besondere Prüfung und Begründung. [7] Für untypische Objekte, etwa eine einfach ausgestattete Wohnung in sehr guter Lage, ist das Modell laut Gutachterausschuss nur eingeschränkt geeignet. Die Zu- und Abschläge sind so zu wählen, dass der Wohnflächenpreis aus der Tabelle um nicht mehr als 40 Prozent unter- oder überschritten wird. [12] Baumängel über dem Üblichen und besondere Ertragsverhältnisse kommen nach der Rechnung hinzu, als Zu- oder Abschlag. [7]

Die Tabelle für die Landeshauptstadt Hannover

Normobjekt: Bodenrichtwert 500 Euro je Quadratmeter, Standardstufe 2,5, modifiziertes Baujahr 1980, Balkon, ohne Garage, 75 Quadratmeter, nicht vermietet, 15 Wohnungen im Haus. Vergleichsfaktor 3.006 Euro je Quadratmeter, Standardabweichung ± 572 Euro, aus 704 Kaufpreisen der Jahre 2024 und 2025. [8]

Bodenrichtwert 1965 1970 1980 1990 2000 2010 2020
900 3.738 3.738 3.775 3.950 4.273 4.760 5.436
700 3.439 3.440 3.476 3.644 3.955 4.424 5.076
500 2.970 2.973 3.006 3.163 3.453 3.892 4.505
300 2.105 2.113 2.141 2.274 2.520 2.897 3.429

Euro je Quadratmeter Wohnfläche, Spalten nach modifiziertem Baujahr. [8]

Umrechnung Werte
Wohnfläche 35 / 55 / 75 / 95 / 115 / 135 / 155 m² 0,97 / 0,99 / 1,00 / 1,01 / 1,02 / 1,04 / 1,05
Standardstufe 1,0 / 1,5 / 2,0 / 2,5 / 3,0 / 3,5 / 4,0 / 4,5 0,89 / 0,92 / 0,96 / 1,00 / 1,05 / 1,11 / 1,17 / 1,25
Wohnungen im Haus 5 / 10 / 15 / 25 / 50 / 100 1,05 / 1,02 / 1,00 / 0,98 / 0,96 / 0,94
vermietet 0,95

Stichprobe: Bodenrichtwert 300 bis 900 Euro, Standardstufe 1,1 bis 4,5, modifiziertes Baujahr 1959 bis 2023, Wohnfläche 23 bis 165 Quadratmeter, 4 bis über 150 Wohnungen im Haus. [8]

Die Tabelle für die Region ohne die Landeshauptstadt

Normobjekt: Bodenrichtwert 270 Euro je Quadratmeter, Standardstufe 2,5, modifiziertes Baujahr 1980, Balkon, ohne Garage, 75 Quadratmeter, nicht vermietet. Vergleichsfaktor 2.084 Euro je Quadratmeter, Standardabweichung ± 414 Euro, aus 492 Kaufpreisen. Die Zahl der Wohnungen im Haus ist hier laut Gutachterausschuss nicht signifikant. [9]

Bodenrichtwert 1965 1970 1980 1990 2000 2010 2020
480 2.116 2.200 2.419 2.711 3.087 3.560 4.146
350 2.003 2.085 2.298 2.583 2.950 3.413 3.987
200 1.562 1.635 1.823 2.078 2.409 2.829 3.353
95 1.118 1.179 1.340 1.560 1.848 2.218 2.685

Euro je Quadratmeter Wohnfläche, Spalten nach modifiziertem Baujahr. [9]

Umrechnung Werte
Wohnfläche 35 / 55 / 75 / 95 / 115 / 135 m² 0,98 / 0,99 / 1,00 / 1,01 / 1,02 / 1,03
Standardstufe 1,0 / 1,5 / 2,0 / 2,5 / 3,0 / 3,5 / 4,0 / 4,5 0,92 / 0,95 / 0,98 / 1,00 / 1,02 / 1,04 / 1,06 / 1,08
vermietet 0,93

Stichprobe: Bodenrichtwert 95 bis 480 Euro, Standardstufe 1,1 bis 4,5, modifiziertes Baujahr 1965 bis 2023, Wohnfläche 30 bis 135 Quadratmeter. [9] Den Bodenrichtwert Ihrer Zone zeigt der Bodenrichtwert-Finder. Mit Ihren eigenen Zahlen und Zwischenwerten rechnet der Vergleichswert-Rechner.

Rechenbeispiele auf Tabellenpunkten

Beide Beispiele liegen genau auf Punkten der Tabellen. Zwischen den Zeilen und Spalten rechnen wir bewusst nicht. Der Gutachterausschuss nennt dafür keine Regel. Wie weit eine einfache Zwischenrechnung danebenliegen kann, zeigt das Normobjekt der Region. Zwischen den Zeilen 200 und 350 Euro ergibt sich für 270 Euro und das Baujahr 1980 linear rund 2.045 Euro je Quadratmeter. Der Gutachterausschuss nennt für genau dieses Objekt 2.084 Euro. [9]

Wohnung in der Landeshauptstadt. Annahmen: Bodenrichtwert 500 Euro, modifiziertes Baujahr 1990, 55 Quadratmeter, Standardstufe 3, vermietet, 25 Wohnungen im Haus. Alle Merkmale liegen in der Stichprobe.

Schritt Wert
Tabellenwert (Zeile 500, Spalte 1990) 3.163 Euro/m²
Wohnfläche 55 m² × 0,99
Standardstufe 3 × 1,05
vermietet × 0,95
25 Wohnungen im Haus × 0,98
angepasster Faktor (3.163 × 0,9677745) 3.061 Euro/m²
Vergleichswert (3.061,07 × 55 m²) 168.359 Euro

Die Umrechnungskoeffizienten zusammen senken den Tabellenwert um gut 3 Prozent. Mit einer Standardabweichung von 572 Euro je Quadratmeter reicht die Streuung von 136.899 bis 199.819 Euro. [8]

Wohnung in der Region. Annahmen: Bodenrichtwert 200 Euro, modifiziertes Baujahr 1980, 75 Quadratmeter, Standardstufe 2,5, nicht vermietet. Bis auf den Bodenrichtwert ist das das Normobjekt, alle Koeffizienten sind 1,00.

Schritt Wert
Tabellenwert (Zeile 200, Spalte 1980) 1.823 Euro/m²
Vergleichswert (1.823 × 75 m²) 136.725 Euro

Mit einer Standardabweichung von 414 Euro je Quadratmeter reicht die Streuung von 105.675 bis 167.775 Euro. [9]

Welches Verfahren und welche Daten ein bestimmtes Finanzamt im Einzelfall nimmt, sagen diese Beispiele nicht. Sie zeigen den Rechenweg mit den veröffentlichten Faktoren.

So rechnen wir

Landeshauptstadt: 0,99 × 1,05 × 0,95 × 0,98 = 0,9677745. 3.163 × 0,9677745 = 3.061,07 Euro je Quadratmeter, mal 55 = 168.358,89 Euro. Streuung: (3.061,07 − 572) × 55 = 136.898,89 Euro und (3.061,07 + 572) × 55 = 199.818,89 Euro.

Region: 1.823 × 75 = 136.725 Euro. Streuung: (1.823 − 414) × 75 = 105.675 Euro und (1.823 + 414) × 75 = 167.775 Euro.

Die Standardabweichung gilt laut Modellbeschreibung für das ganze Modell gleich. [7] Wir wenden sie deshalb auch auf den angepassten Faktor an. Zwischenwerte rechnen wir ungerundet, die Tabellen zeigen sie auf volle Euro. Zwischenrechnung zum Normobjekt der Region: 1.823 + (2.298 − 1.823) × 70 ÷ 150 = 2.044,67 Euro. Die Rechnung prüft ein Test im Quellcode dieser Seite.

Welcher Stichtag gilt?

Hat der Gutachterausschuss seine Daten auf einen Stichtag bezogen, gilt der letzte Stichtag vor dem Todestag. Er darf nicht mehr als drei Jahre zurückliegen. [4] Die Normobjekte der Tabellen oben beziehen sich auf den 1. Oktober 2025. [8] [9]

Wie Sie einen niedrigeren Wert nachweisen

Was nach Freibetrag und Befreiungen an Steuer bleibt, rechnet der Erbschaftsteuer-Rechner. Liegt der wahre Wert unter dem Grundbesitzwert, gilt der niedrigere. Sie müssen ihn nachweisen. [10] Dafür gibt es zwei Wege. Der erste ist ein Gutachten des Gutachterausschusses oder einer bestellten oder zertifizierten sachverständigen Person. Der zweite ist ein Kaufpreis für die Wohnung aus dem gewöhnlichen Geschäftsverkehr, innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Todestag. Die maßgeblichen Verhältnisse dürfen sich seitdem nicht geändert haben. [10] Was ein Gutachten beim Gutachterausschuss kostet und wann sich ein Verkauf als Nachweis eignet, steht im Haus-Ratgeber. Was beim Verkauf einer Wohnung sonst zählt, von der Teilungserklärung bis zur Erhaltungsrücklage, zeigt Wohnung verkaufen. Fristen und Reihenfolge nach dem Erbfall stehen in Geerbtes Haus verkaufen.

Was könnte sich ändern?

Stand 25. Oktober 2026: Das Bundesverfassungsgericht hat am 12. Oktober 2026 über das Erbschaftsteuergesetz verhandelt (1 BvF 1/23), unter anderem über die Bewertung von Grundbesitz, die Freibeträge und die Steuersätze. [11] Eine Entscheidung ist noch nicht verkündet (Stand 25.10.2026). [11] Bis zu einer Entscheidung gilt das Gesetz unverändert und damit das oben Beschriebene.

Was ist die Wohnung am Markt wert?

Der Wert für die Steuer und der Preis, den ein Käufer zahlt, sind zwei verschiedene Zahlen. Eine erste Wertspanne für den Verkauf gibt die Ersteinschätzung, für Häuser und Wohnungen in 13 der 21 Gemeinden, ohne Anmeldung.

Quellen

  1. § 182 Abs. 2 Nr. 1 BewG (Wohnungseigentum grundsätzlich im Vergleichswertverfahren). https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__182.html, abgerufen 11.10.2026.
  2. § 183 Abs. 1 und 2 BewG (Vergleichspreise, vorrangig die der Gutachterausschüsse; Vergleichsfaktoren für Bezugseinheiten; Bodenwert gesondert nur bei Faktoren, die sich allein auf das Gebäude beziehen; Anwendung nach § 177 Abs. 2 und 3). https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__183.html, abgerufen 11.10.2026.
  3. Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 20.03.2023 zur Anwendung der Vorschriften für die Bewertung des Grundvermögens (AEBew JStG 2022), BStBl I 2023 S. 738, zu § 183 BewG: Rz. 11 (Vergleichspreis- und Vergleichsfaktorverfahren gleichrangig, Auswahlermessen), Rz. 12 (vorrangig die vom Gutachterausschuss mitgeteilten Vergleichspreise), Rz. 13 (Vergleichsfaktoren, Vergleichswert gleich Bezugseinheit mal Faktor), Rz. 14 (Zu- und Abschläge nach Vorgabe des Gutachterausschusses). Bundesministerium der Finanzen, gelesen 11.10.2026.
  4. § 177 Abs. 2 und 3 BewG (Daten der Gutachterausschüsse anzuwenden, wenn geeignet; letzter Stichtag vor dem Bewertungsstichtag, höchstens drei Jahre zurück; geeignet bei Ableitung weitgehend im selben Modell). https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__177.html, abgerufen 11.10.2026.
  5. § 182 Abs. 4 Nr. 1 BewG (Sachwertverfahren für Grundstücke nach Absatz 2, wenn kein Vergleichswert vorliegt). https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__182.html, abgerufen 11.10.2026.
  6. BFH, Urteil vom 11.03.2026, II R 6/23 (Eigentumswohnung, Bewertungsstichtag 22.01.2017; Vergleichspreise der Gutachterausschüsse grundsätzlich ohne weitere Sachaufklärung zu übernehmen). https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202610119, gelesen 10.10.2026.
  7. Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen, Modellbeschreibung Vergleichsfaktoren 2026 (Methode, Genauigkeitsmaß, Modell, modifiziertes Baujahr, Standardstufen, Anwendungsbereich). https://www.gag.niedersachsen.de/download/225521/hmh_2026_vg_modellbeschreibung.pdf, abgerufen 11.10.2026.
  8. © Gutachterausschuss für Grundstückswerte Hameln-Hannover 2026, Grundstücksmarktdaten 2026, Vergleichsfaktoren für Eigentumswohnungen, Landeshauptstadt Hannover (Tableau Public 2026_vg_etw_hmhhsth), Datenbasis 01.01.2026, veröffentlicht 02.03.2026, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 (dl-de/by-2-0). https://public.tableau.com/views/2026_vg_etw_hmhhsth/Dash, abgelesen 30.09.2026 und 11.10.2026.
  9. © Gutachterausschuss für Grundstückswerte Hameln-Hannover 2026, Grundstücksmarktdaten 2026, Vergleichsfaktoren für Eigentumswohnungen, Region Hannover ohne Landeshauptstadt (Tableau Public 2026_vg_etw_hmhhosth), Datenbasis 01.01.2026, veröffentlicht 02.03.2026, dl-de/by-2-0. https://public.tableau.com/views/2026_vg_etw_hmhhosth/Dash, abgelesen 30.09.2026 und 11.10.2026.
  10. § 198 Abs. 1 bis 3 BewG (Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts; Gutachten; Kaufpreis innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Bewertungsstichtag). https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__198.html, abgerufen 11.10.2026.
  11. Bundesverfassungsgericht, Pressemitteilung Nr. 48/2026 vom 30.07.2026: mündliche Verhandlung am 12.10.2026 (1 BvF 1/23); Bundesverfassungsgericht, Termine & Wochenausblick, abgerufen am 12.10.2026; Pressemitteilungen bis Nr. 69/2026 vom 23.10.2026 geprüft am 25.10.2026, keine betrifft 1 BvF 1/23.
  12. Gutachterausschuss für Grundstückswerte Hameln-Hannover, Dashboards 2026_vg_etw_hmhhsth und 2026_vg_etw_hmhhosth, Hinweis unter „Umrechnungskoeffizienten / Zu- oder Abschläge für weitere wertbeeinflussende Merkmale“ (untypische Objekte, höchstens 40 Prozent Abweichung vom Tabellenwert). Dashboard-Hinweis, abgelesen am 11.10.2026.

Häufige Fragen

Welchen Wert setzt das Finanzamt für eine geerbte Eigentumswohnung an?

Den Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz. Wohnungseigentum ist grundsätzlich im Vergleichswertverfahren zu bewerten (§ 182 Abs. 2 Nr. 1 BewG). Das Finanzamt zieht dafür Vergleichspreise des Gutachterausschusses heran oder seine Vergleichsfaktoren (§ 183 Abs. 1 und 2 BewG). Nur wenn kein Vergleichswert vorliegt, rechnet es im Sachwertverfahren (§ 182 Abs. 4 Nr. 1 BewG).

Darf das Finanzamt zwischen Vergleichspreisen und Vergleichsfaktoren wählen?

Ja. Nach den gleich lautenden Erlassen der Länder vom 20.03.2023 stehen beide Verfahren gleichrangig nebeneinander, es besteht ein Auswahlermessen (Rz. 11). Nimmt das Finanzamt Vergleichspreise, können Sie den Wert von außen nicht nachrechnen. Nimmt es Vergleichsfaktoren, schon.

Wo finde ich die Vergleichsfaktoren für Wohnungen in Hannover?

In den Grundstücksmarktdaten 2026 der Gutachterausschüsse in Niedersachsen, als Dashboards auf Tableau Public: eines für die Landeshauptstadt Hannover, eines für die Region ohne die Landeshauptstadt. Dieser Ratgeber gibt die Tabellen und Umrechnungskoeffizienten beider Dashboards wieder und rechnet zwei Beispiele.

Was ist das modifizierte Baujahr?

Das Baujahr, verjüngt um die Modernisierungen. Der Gutachterausschuss leitet es aus dem Bewertungsjahr, der Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren und der Restnutzungsdauer ab, die Modernisierungen verlängern. Eine Wohnung, deren Haus durchgreifend modernisiert wurde, rechnet deshalb mit einem jüngeren Baujahr.

Was kann ich tun, wenn mir der Wert zu hoch erscheint?

Sie können einen niedrigeren Wert nachweisen (§ 198 BewG): mit einem Gutachten des Gutachterausschusses oder eines bestellten oder zertifizierten Sachverständigen, oder mit einem Kaufpreis für die Wohnung, der innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Todestag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zustande gekommen ist.