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Rechner

Spekulationssteuer-Rechner

Redaktion: Joey Feldmann · Stand  · Wie wir arbeiten

Der Gewinn aus einem Immobilienverkauf ist nach § 23 EStG steuerpflichtig, wenn zwischen dem notariellen Kaufvertrag beim Erwerb und dem beim Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen. Steuerfrei bleibt der Verkauf trotzdem, wenn der Eigentümer die Immobilie im Jahr des Verkaufs und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt hat.

Ein Beispiel: Sie haben 2025 das Haus Ihrer Mutter geerbt. Sie hatte es 2008 gekauft. Für die Frist zählt ihr Kauf, und der liegt mehr als zehn Jahre zurück. Ihr Verkauf ist steuerfrei. Hat sie erst 2020 gekauft, kommt es darauf an, wer zuletzt darin gewohnt hat. Genau das prüft der Rechner.

Er ist kostenlos, rechnet taggenau und braucht keine Anmeldung. Fällt Steuer an, nennt er das Datum, ab dem der Verkauf steuerfrei wird. Danach können Sie den steuerpflichtigen Gewinn überschlagen, wenn Sie mögen.

Fristprüfung Wie sind Sie Eigentümer geworden?

Ihre Angaben bleiben in diesem Browser. Sie werden nicht gespeichert und nicht verschickt.

Wann ist der Verkauf steuerfrei?

Im Video: Kauf am 15.03.2018, steuerfrei ab 16.03.2028. Beispieldaten, keine Steuerberatung.

Wann fällt Spekulationssteuer beim Hausverkauf an?

Der Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie ist steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen.1 Es zählen die Tage, an denen die beiden Kaufverträge notariell beurkundet wurden, nicht Grundbucheintrag oder Schlüsselübergabe (BFH, Urteil vom 10.02.2015, IX R 23/13).

Die Frist wird taggenau gerechnet.2 Wer am 15.03.2016 gekauft hat, verkauft bis einschließlich 15.03.2026 steuerpflichtig und ab dem 16.03.2026 steuerfrei.

Unabhängig von der Frist steuerfrei ist der Verkauf, wenn Sie die Immobilie seit dem Kauf ausschließlich selbst bewohnt haben oder im Jahr des Verkaufs und in den beiden Jahren davor.3 Dafür genügt ein zusammenhängender Zeitraum über drei Kalenderjahre: im Verkaufsjahr und im vorletzten Jahr je mindestens ein Tag, das Jahr dazwischen vollständig (BFH, Urteil vom 03.09.2019, IX R 10/19).

Wer ausgezogen ist, behält die Ausnahme nur, wenn der Verkauf noch im Jahr des Auszugs beurkundet wird. Eine Vermietung zwischen Auszug und Verkauf im selben Jahr schadet nicht (BFH, IX R 10/19).

So rechnet der Rechner

Zuerst prüft er Frist und Eigennutzung. Den Gewinn überschlägt er danach wie § 23 Abs. 3 Satz 1 EStG: Verkaufspreis minus Anschaffungskosten minus Kosten des Verkaufs.

  • Anschaffungskosten sind der Kaufpreis und die Nebenkosten des Kaufs: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, Makler.4 Finanzierungskosten wie die Grundschuldbestellung gehören nicht dazu.
  • Spätere Baumaßnahmen zählen mit, wenn sie Herstellungskosten sind: Anbau, Aufstockung, wesentliche Verbesserung.5 Reparaturen und laufende Instandhaltung zählen nicht.
  • Kosten des Verkaufs sind etwa der Makler beim Verkauf und eine Vorfälligkeitsentschädigung (BFH, Urteil vom 11.02.2014, IX R 42/13).
  • Abschreibungen, die Sie bei Vermietung abgesetzt haben, erhöhen den Gewinn.6 Die Summe steht in Ihren Anlagen V. Was beim Verkauf mit Mieter sonst gilt, erklärt der Ratgeber Vermietete Immobilie verkaufen.

Der Gewinn gehört zu den sonstigen Einkünften und wird mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.7 Der Rechner zeigt ihn als Spanne in Schritten von 5.000 €. Wer sein übriges Einkommen angibt, sieht im nächsten Schritt, was der Tarif darauf in Euro rechnet.

Gewinne unter 1.000 € im Kalenderjahr bleiben steuerfrei. Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Ab 1.000 € ist der ganze Gewinn steuerpflichtig.8 Verluste lassen sich nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen.9

  1. 1 § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG.
  2. 2 § 108 Abs. 1 AO, §§ 187, 188 BGB.
  3. 3 § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG.
  4. 4 § 255 Abs. 1 HGB.
  5. 5 § 255 Abs. 2 HGB.
  6. 6 § 23 Abs. 3 Satz 4 EStG.
  7. 7 § 22 Nr. 2, § 32a EStG.
  8. 8 § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG.
  9. 9 § 23 Abs. 3 Satz 7 und 8 EStG.

Drei Beispielrechnungen

Angenommene Werte zur Veranschaulichung, gerechnet mit denselben Funktionen wie der Rechner oben. Die Beispiele sind keine Steuerberatung.

a) Vermietete Wohnung, nach sieben Jahren verkauft

Eine Eigentumswohnung wurde gekauft und durchgehend vermietet. Die Vermieterin hat in der Anlage V Abschreibungen geltend gemacht.

  • Verkauf nach sieben Jahren

    Kauf beurkundet 01.10.2019, Verkauf beurkundet 01.10.2026

    steuerpflichtig, steuerfrei erst ab 02.10.2029

Gewinnermittlung: Vermietete Wohnung, nach sieben Jahren verkauft
Verkaufspreis 300.000 €
Kaufpreis − 250.000 €
Abgeschriebene AfA + 30.000 €
Steuerpflichtiger Gewinn, wenn die Frist läuft 80.000 €

Der Rechner zeigt dafür 80.000 € bis 85.000 €.

Der Kaufpreis wird um die abgesetzten Abschreibungen gemindert, der Gewinn steigt entsprechend.10

b) Haus nach der Trennung, ein Partner ist ausgezogen

Das Haus gehört einem Partner allein. Er hat es selbst bewohnt, ist 2025 ausgezogen, die frühere Partnerin wohnt weiter dort. Danach wird verkauft.

  • Beurkundung noch im Auszugsjahr

    Kauf beurkundet 14.06.2019, Verkauf beurkundet 14.11.2025

    steuerfrei, wenn bis 31.12.2025 beurkundet wird

  • Beurkundung im Jahr nach dem Auszug

    Kauf beurkundet 14.06.2019, Verkauf beurkundet 16.11.2026

    steuerpflichtig, steuerfrei erst ab 15.06.2029

Gewinnermittlung: Haus nach der Trennung, ein Partner ist ausgezogen
Verkaufspreis 400.000 €
Kaufpreis − 280.000 €
Nebenkosten des Kaufs − 25.000 €
Kosten des Verkaufs − 14.000 €
Steuerpflichtiger Gewinn, wenn die Frist läuft 81.000 €

Der Rechner zeigt dafür 80.000 € bis 85.000 €.

Nach dem Auszug nutzt er das Haus nicht mehr selbst, auch wenn die frühere Partnerin weiter dort wohnt (BFH, Urteil vom 14.02.2023, IX R 11/21). Wird der Verkauf noch im Auszugsjahr beurkundet, trägt die Ausnahme: Er hat das Haus im Jahr vor dem Auszug vollständig und im Jahr davor zumindest zeitweise bewohnt (BFH, Urteil vom 03.09.2019, IX R 10/19). Gehört das Haus beiden, rechnet der Rechner nicht, weil jeder Anteil eine eigene Frist und eine eigene Nutzung hat.

c) Geerbtes Haus: Die Frist beginnt beim Erblasser

Die Erbin hat das Haus 2025 allein geerbt und nicht selbst bewohnt. Der Erblasser hatte es vermietet. Maßgeblich ist sein Kaufdatum, nicht der Erbfall.

  • Erblasser kaufte am 15.03.2020

    Kauf beurkundet 15.03.2020, Verkauf beurkundet 16.11.2026

    steuerpflichtig, steuerfrei erst ab 16.03.2030

  • Erblasser kaufte am 15.03.2016

    Kauf beurkundet 15.03.2016, Verkauf beurkundet 16.11.2026

    steuerfrei seit 16.03.2026, Zehnjahresfrist abgelaufen

Gewinnermittlung: Geerbtes Haus: Die Frist beginnt beim Erblasser
Verkaufspreis 285.000 €
Kaufpreis − 200.000 €
Steuerpflichtiger Gewinn, wenn die Frist läuft 85.000 €

Der Rechner zeigt dafür 85.000 € bis 90.000 €.

Die Frist beginnt nicht mit dem Erbfall, der Erbin wird der Kauf des Erblassers zugerechnet.11 Hat der Erblasser zuletzt selbst dort gewohnt, rechnet die Finanzverwaltung seine Eigennutzung der Erbin zu (BMF-Schreiben vom 05.10.2000, Rz. 26). Höchstrichterlich ist das nicht geklärt; in diesem Fall verweist der Rechner auf die Steuerberatung.

  1. 10 § 23 Abs. 3 Satz 4 EStG.
  2. 11 § 23 Abs. 1 Satz 3 EStG.

So rechnet der Tarif die Spekulationssteuer in Euro

Die rechnerische Mehrsteuer ist eine Differenz: Einkommensteuer auf das Einkommen mit dem Gewinn minus Einkommensteuer ohne ihn. Maßgeblich ist der Tarif des Jahres, in dem der Kaufpreis fließt.12 Bei Zusammenveranlagung ergibt der Tarif das Doppelte der Steuer auf die Hälfte des gemeinsamen Einkommens.13

Dazu kommt der Solidaritätszuschlag. Er fällt erst an, wenn die Einkommensteuer über einer Freigrenze liegt, und steigt danach gleitend auf 5,5 %.14 Für Mitglieder der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers beträgt die Kirchensteuer 9 % der Einkommensteuer; beim Lohnsteuerabzug höchstens 3,5 % des auf das zu versteuernde Einkommen umgerechneten Arbeitslohns.15 Der Rechner rechnet die 9 % ohne diese Begrenzung und ohne Kirchgeld.

Der Gewinn kommt oben auf das übrige Einkommen. Deshalb trifft ihn der höchste Satz Ihres Tarifs. Der Anteil am Gewinn kann deshalb höher sein als der Satz auf Ihr ganzes Einkommen.

Alleinstehend, übriges Einkommen 45.000 €
Gewinn aus Beispiel a)80.000 €
Einkommensteuer ohne Gewinn8.835 €
Einkommensteuer mit Gewinn41.364 €
Mehr an Einkommensteuer32.529,00 €
Mehr an Solidaritätszuschlag2.275,02 €
Rechnerische Mehrsteuer34.804,02 €

Rechnerisch 43,5 % des Gewinns. Tarif 2026, ohne Kirchensteuer, ohne Prüfung eines Einzelfalls.

Ehepaar, gemeinsames Einkommen 90.000 €
Gewinn aus Beispiel a)80.000 €
Einkommensteuer ohne Gewinn17.670 €
Einkommensteuer mit Gewinn49.128 €
Mehr an Einkommensteuer31.458,00 €
Mehr an Solidaritätszuschlag1.002,93 €
Rechnerische Mehrsteuer32.460,93 €

Rechnerisch 40,6 % des Gewinns. Tarif 2026, ohne Kirchensteuer, ohne Prüfung eines Einzelfalls.

Angenommene Einkommen zur Veranschaulichung, gerechnet mit demselben Rechenkern wie der Rechner. So rechnet der Tarif mit diesen Eingaben; die Steuer eines Einzelfalls klären Steuerberater oder Finanzamt. Nicht enthalten sind Progressionsvorbehalt, andere Einkünfte oder Verluste, Freibeträge für Kinder, teilentgeltliche Übertragungen und gewerblicher Grundstückshandel. Solche Fälle gehören zum Steuerberater. Ist der Verkauf steuerfrei, rechnet der Rechner keinen Betrag.

  1. 12 § 32a Abs. 1 EStG, Tarif 2026 nach dem Steuerfortentwicklungsgesetz, BGBl. 2024 I Nr. 449; § 11 EStG.
  2. 13 § 32a Abs. 5 EStG.
  3. 14 §§ 3, 4 SolZG 1995.
  4. 15 Bekanntmachung des Niedersächsischen Finanzministeriums vom 02.04.2026, Kirchensteuerabzug vom Arbeitslohn, Nds. MBl. 2026 Nr. 169, Ziffer 1.1.

Sonderfälle

Einige Fälle rechnet der Rechner bewusst nicht, weil die Rechtslage vom Einzelfall abhängt: Erbengemeinschaften und ausgezahlte Miterben, gemeinsames Eigentum, teilweise vermietete Häuser, Schenkungen gegen Gegenleistung und mehr als drei Verkäufe innerhalb von fünf Jahren, diesen mitgezählt. Dafür nennt er den Grund und verweist auf die Steuerberatung.

Häufige Fragen

Die Regeln hinter dem Rechner, in Alltagssprache und mit Fundstellen.

Muss ich Steuer zahlen, wenn ich mein Haus verkaufe?

Spekulationssteuer nach § 23 EStG fällt an, wenn zwischen Kauf und Verkauf höchstens zehn Jahre liegen und Sie das Haus weder seit dem Kauf ausschließlich noch im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt haben. Haben Sie im Verkaufsjahr und in den zwei Jahren davor selbst darin gewohnt, ist der Verkauf auch innerhalb der zehn Jahre steuerfrei (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG). Ausnahme ist der gewerbliche Grundstückshandel: Dann schützt die Zehnjahresfrist nicht.

Welches Datum zählt: Notartermin oder Grundbucheintrag?

Der Tag beim Notar, beim Kauf wie beim Verkauf. Wann Sie im Grundbuch standen oder die Schlüssel bekamen, spielt für die Frist keine Rolle (BFH, Urteil vom 10.02.2015, IX R 23/13).

Wie lange muss ich selbst dort gewohnt haben?

Über drei Kalenderjahre ohne Unterbrechung: im Verkaufsjahr mindestens einen Tag, im Vorjahr das ganze Jahr, im Jahr davor mindestens einen Tag. Im knappsten Fall reichen also ein Jahr und zwei Tage (BFH, Urteil vom 03.09.2019, IX R 10/19). Vermieten Sie nach dem Auszug noch im Verkaufsjahr, schadet das nicht.

Ich habe das Haus geerbt. Muss ich Spekulationssteuer zahlen?

Steuer kann anfallen, wenn der Verstorbene das Haus vor höchstens zehn Jahren gekauft hat. Die zehn Jahre beginnen mit dem Erbfall nicht neu, es zählt der Kauf des Verstorbenen (§ 23 Abs. 1 EStG). Hat er vor mehr als zehn Jahren gekauft, ist Ihr Verkauf steuerfrei. Erben Sie mit Geschwistern oder zahlen Sie jemanden aus, wird es individuell; dann gehört der Fall zum Steuerberater.

Wie hoch ist die Spekulationssteuer?

Es gibt keinen festen Satz. Der Gewinn kommt zu Ihrem übrigen Einkommen und wird mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Gerechnet wird so: Einkommensteuer auf das Einkommen mit Gewinn minus Einkommensteuer ohne ihn, nach dem Tarif des Verkaufsjahres (§ 32a EStG); dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Weil der Gewinn oben aufs Einkommen kommt, trifft ihn Ihr höchster Satz. Der Rechner zeigt das als rechnerische Mehrsteuer nach dem Tarif, ohne Prüfung Ihres Einzelfalls. Beispiel auf dieser Seite, Tarif 2026: Alleinstehend, übriges Einkommen 45.000 €, Gewinn 80.000 €. Einkommensteuer mit Gewinn 41.364 € minus ohne Gewinn 8.835 €, dazu der Solidaritätszuschlag: rechnerisch 34.804,02 €. Unter 1.000 € Gewinn im Kalenderjahr bleibt er steuerfrei; ab 1.000 € ist der ganze Gewinn steuerpflichtig (§ 23 Abs. 3 EStG).

Zählen Arbeitszimmer und Ferienwohnung als selbst bewohnt?

Ja. Das häusliche Arbeitszimmer bleibt bei Eigennutzung steuerfrei (BFH, Urteil vom 01.03.2021, IX R 27/19). Auch eine Zweit- oder Ferienwohnung zählt, wenn Sie sie nicht vermietet haben; ein Hauptwohnsitz ist nicht nötig (BFH, Urteil vom 27.06.2017, IX R 37/16). Vermietete Räume bleiben dagegen anteilig steuerpflichtig.